Praktische Kooperation und überregionaler Erfahrungsaustausch - Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit mit breitem Angebot

Das Team der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit (von links): Magdalena Brosda und Kerstin Hüls. Foto: MaßArbeit / Uwe Lewandowski
Osnabrück. Jugendliche im Übergang von der Schule in den Beruf benötigen Orientierung: Welche Berufsbilder kommen für sie in Frage? Wie können sie ihre Neigungen und Stärken in die Berufswahl einfließen lassen und auf welche Weise können sie vor der großen Entscheidung praktische Erfahrungen sammeln? Auf der anderen Seite brauchen Unternehmen angesichts des Fachkräftemangels Nachwuchs mit Perspektive. Die Servicestelle Schule Wirtschaft der MaßArbeit bringt Schulen und Betriebe in diesem Prozess zusammen und unterstützt sie ganz praktisch dabei, gelungene Übergänge in den Beruf und eine erfolgreiche Fachkräftesicherung zu gestalten.
 
Ein wesentlicher Baustein der Arbeit sei dabei die konkrete Ko-operation einer Schule mit Unternehmen, schildert Kerstin Hüls von der Servicestelle Schule-Wirtschaft.  Die Betriebe kämen aus dem Handwerk und der Industrie, inzwischen seien aber auch soziale Einrichtungen mit dabei. „Allein in den vergangenen beiden Jahren haben wir 28 Kooperationen mit fast 140 Einzelprojekten begleitet. Wir erarbeiten die entsprechenden Projektpläne, und begleiten die Umsetzung: Wir beraten etwa Schulen und Unternehmen dabei, Praktika nachhaltig zu gestalten oder die Eltern stärker in die Berufsorientierung einzubeziehen.“ Aber auch die Unterstützung durch Betriebsvertreter in den naturwis-senschaftlichen Schulfächern, Bewerbungstrainings, Speed Datings oder Simulation eines Assessment-Centers seien Bestand-teil vieler Projektpläne.
 
Eine wichtige Aufgabe der Servicestelle Schule-Wirtschaft ist auch der überregionale Erfahrungsaustausch: „In sieben regionalen Netzwerken haben die Schul- und Unternehmensvertreter regelmäßig die Gelegenheit, innovative Projektideen und Best-Practice-Beispiele im Übergang zwischen Schule und Beruf kennen zu lernen“, erläutert Servicestellen-Mitarbeiterin Magdalena Brosda. Auch die Nutzung von Social Media bei der Azubigewinnung, die Vermeidung von Ausbildungsabbrüchen oder eine stärkere Einbindung der Eltern bei der Berufswahl seien Themen der Netzwerke. „Die Betriebe nehmen viele Inspirationen für ihre eigenen Ausbildungsmodule mit“, so die Erfahrung von Brosda: „Seit 2015 haben wir auf diese Weise knapp 900 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Betrieben, Schulen und Institutionen erreicht.“

Besondere Highlights der Arbeit der Servicestelle sind die großen Azubimessen: Die „Berufsorientierungsparcours B.O.P.“ in Bramsche, Melle, Wallenhorst und Fürstenau, „Talent trifft Ausbildung“ in Georgsmarienhütte, Hagen und Hasbergen sowie „Azubis werben Azubis“ an wechselnden Standorten. Im vergangenen Jahr ist die Veranstaltung „Last Minute Azubi“ in Bersenbrück hinzugekommen, die federführend von den Berufsschulen Bersenbrück durchgeführt wird. Bei allen Messeformaten geht es darum, direkte Kontakte zwischen Jugendlichen und Unternehmen zu knüpfen und jungen Menschen die Chance zu geben, regionale Unternehmen kennen zu lernen und die angebotenen Berufsfelder zu erproben. „Seit 2015 haben wir mit diesen Veranstaltungen mehr als 12.000 Jugendliche erreicht und 722 Unternehmen haben sich beteiligt“, skizziert Kerstin Hüls. Bei allen Berufsorientierungsmessen gibt es inzwischen auch Angebote für Mütter und Väter: Im Durchschnitt kommen pro Veranstaltung rund 100 Eltern mit ihren Kindern.

Seit vergangenem Jahr wartet die Servicestelle Schule-Wirtschaft mit einem weiteren kostenfreien Angebot auf: Sie be-rät kleine und mittlere Unternehmen bei der Azubiansprache. Dabei geht es etwa um eine geeignete Außendarstellung, die Nutzung von Social Media, die Qualität im Praktikum oder mögliche Kooperationen und Projekte mit Schulen. Bei Bedarf schließt sich an die Beratungsgespräche ein interner Workshop an. Bei so vielen Angeboten ist Orientierung gefragt. Dafür sorgt die Homepage der Servicestelle auf den Seiten der Praktikumsdatenbank Binkos unter www.binkos.de/schule-wirtschaft. Dort finden sich etwa die Projektpläne der unterschiedlichen Kooperationen, ein Kalender mit den Praktikumszeiten der weiterführenden Schulen sowie alle wesentlichen Termine.