Schülerinnen lernen, Minicomputer zu programmieren

Freuen sich gemeinsam über das gelungene Projekt (von links): Hermann Schnieders, Lehrer für das Profilfach Technik an der OBS Berge, Kerstin Hüls von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit, die Schülerinnen Swea Stockelmann, Emma Kolde, Jule Evers, Tasnim Kanaa, Lina Mehmann und Debbie Maschke, der Ausbildungsleiter gewerblich-technische Berufe des Unternehmens Meurer Verpackungssysteme GmbH, Thomas Lücke, sowie Meurer-Personalreferentin Saskia Adam. Foto: MaßArbeit / Andre Havergo

Berge. Kooperationsprojekt der OBS Berge und Meurer will Mädchen für Technik begeistern.

Schülerinnen für Mathematik, Naturwissenschaften und Technik zu begeistern, ist Ziel des Projektes „Arduino für Mädchen“, einer Kooperation des Unternehmens Meurer Verpackungssysteme in Fürstenau und der Oberschule (OBS) Berge. An zwei Tagen hatten jetzt Schülerinnen des 8. Jahrgangs Gelegenheit, in der Meurer-Lernwerkstatt neue Erfahrungen im Themenbereich Elektrik und Elektronik zu sammeln. Begleitet wurde das Projekt von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit. Aber was ist eigentlich ein „Arduino“? Es handelt sich um eine Art Minicomputer auf einer Platine, der als Mikrocontroller-Board Lautsprecher, Motoren oder Displays steuern kann. Die starke Reduzierung auf Basiskomponenten erleichtert auch technisch weniger Versierten den Zugang zur Programmierung. Der Mikrocontroller ist ein großer Werkzeugkasten für alle digitalen Aufgaben: An die Platine können sehr einfach elektronische Bauteile wie Widerstände, Taster, Leuchtdioden usw. angeschlossen werden.  In Fürstenau lernten die Mädchen unter fachkundiger Anleitung von Meurer-Ausbildungsleiter Thomas Lücke, mit Arduino einfache Schaltungen, wie beispielsweise eine Ampelschaltung, aufzubauen und zu programmieren.

Gemeinsam mit der Schule wolle Meurer möglichst viele Jugendliche für MINT Berufe begeistern, sagte Saskia Adam, Personalreferentin bei meurer: „In gezielten Veranstaltungen für Mädchen gelingt es uns aber besser, die eher zurückhaltenden Schülerinnen zu erreichen. Sie können so unter sich sein und ermöglichen sich gegenseitig einen anderen Lernraum, als es vielleicht im großen Klassenverbund der Fall wäre.“ Insgesamt bewertete die Personalerin die Kooperation mit der OBS Berge als sehr erfolgreich: „Im kommenden Sommer beginnt unter anderem eine junge Schülerin des Technikprofils bei uns ihre Ausbildung zur Industriemechanikerin. Dabei wurde ihr Interesse an Meurer nicht zuletzt durch unsere Präsenz an der Schule und das gemeinsame „Lego Mindstorms“-Projekt in diesem Jahr bestärkt.“

Auch die Schule zog ein positives Fazit: „Uns liegt sehr viel an diesem Kooperationsprojekt, weil es wichtig ist, speziell auch Mädchen in diesem Bereich zu fördern. Wir haben gezielt Schülerinnen des 8. Jahrgangs angesprochen, um sie zur Profilentscheidung in Richtung Technik zu ermuntern, die am Ende des Schuljahres ansteht“, erläuterte Hermann Schnieders, Lehrer für das Profilfach Technik. Die Auseinandersetzung mit Mikrocontrollern vermittle den Schülerinnen außerdem wichtiges Grundwissen über Technologien, die in vielen Produkten des Alltags zu finden seien. Die Erfahrung, dass Mädchen und junge Frauen spezielle Angebote benötigen, um einen besseren Zugang zu Naturwissenschaften und Technik zu finden, hat auch Kerstin Hüls von der Servicestelle Schule-Wirtschaft gemacht. „Die Berührungsängste sind oft groß, weil vielfach noch die weiblichen Vorbilder in den technischen Berufen fehlen. Die verbreiteten Stereotype, die die Berufswahl in männlich und weiblich eingrenzen, sorgen hier oft für Verunsicherung. Aber gerade die technischen und naturwissenschaftlich orientierten Berufsfelder bieten hervorragenden Ausbildungs- und Karrierechancen,“ betonte Hüls.