Von der Schulbank direkt zum Ausbildungsplatz

Georgsmarienhütte. Bereits seit 2017 besteht durch die Unterstützung der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit eine Schulkooperation zwischen der Georgsmarienhütter Sophie-Scholl-Hauptschule und der Firma Wendt. Eine Verbindung, die sich einmal mehr bezahlt macht: Denn auch für das Ausbildungsjahr 2020 konnten so wieder drei junge Auszubildende für das Georgsmarienhütter Maschinenbauunternehmen gewonnen werden. Für beide Seiten ist dieser Weg der Fachkräfte- und Nachwuchsgewinnung eine echte Bereicherung, die sich im Rückblick auch praktisch bewährt hat: „Die in diesem Jahr erfolgreich unterschriebenen Arbeitsverträge zeigen, dass diese Kooperation nicht nur auf dem Papier steht, sondern gelebt wird“, so der Schulleiter der Sophie-Scholl-Hauptschule, Mark Reinhardt, bei einem gemeinsamen Gespräch bei der Firma Wendt. Ein Ansatz, den Geschäftsführerin Valeska Hurtzig nur unterstreichen kann: „Schon vor der offiziellen Kooperationsvereinbarung waren wir im engeren Kontakt mit der Hauptschule. Jetzt hat sich diese Verbindung nochmal intensiviert und wir sind froh, über dieses Programm frühzeitig motivierte und engagierte Auszubildende zu bekommen.“ Das Erfolgsrezept hinter den Kooperationsvereinbarungen: Die Firmen kommen direkt in die Schulen und das bereits ein Jahr vor dem eigentlichen Schulabschluss. Im Fall der Firma Wendt stellen zunächst ein Mitarbeiter und ein Auszubildender das Unternehmen und die möglichen Ausbildungsberufe im Unterricht vor, danach folgt eine Betriebserkundung, um auch direkt vor Ort die Berufe und Tätigkeiten sehen zu können. Nach einem Bewerbungstraining können dann in einem nächsten Schritt die potentiellen Bewerber bei einem zweiwöchigen Betriebspraktikum erste praktische Erfahrungen und Eindrücke sammeln.

Genau an diesem Punkt hat es bei Jendrik Bauschulte Klick gemacht. „Ich war nur zwei oder drei Tage in meinem Praktikum, da war mir schon klar – hier will ich meine Ausbildung machen“, so Bauschulte, der neben Philipp Köhn (Industriemechaniker) und Daniel Krieger (Konstruktionsmechaniker) zum 1. August 2020 seine Ausbildung zum Zerspanungstechniker beginnt. „Wir versuchen immer den Schülerinnen und Schülern einen umfassenden aber gleichzeitig möglichst intensiven Einblick in unsere Ausbildungsberufe zu geben. Nur so können wir die für uns wichtigen Arbeitskräfte im Vorfeld gewinnen“, so Hurtzig. Eine Vermittlungsstrategie, von der nicht nur das Unternehmen profitiert. „Auch wir als Schule profitieren vom Engagement der Firmen innerhalb der Kooperation, da sie etwas vermitteln können, vor allem im Bereich der Anforderungen und Erwartungen im Berufsalltag, die wir im schulischen Alltag nur bedingt liefern können“, so Reinhardt. Insgesamt betreibt die Georgsmarienhütter Hauptschule fünf Kooperationen mit Unternehmen und ist Teil eines der ersten Netzwerke „Schule – Wirtschaft“ im Landkreis Osnabrück, die von der Servicestelle Schule-Wirtschaft der MaßArbeit koordiniert und unterstützt werden. „Das Ziel ist eine nahtlose Vermittlung der Jugendlichen nach dem Schulabschluss und das macht das Konzept der Schulkooperationen mit vollem Erfolg. Gleichzeitig hilft das Projekt auch den Unternehmen, die bereits frühzeitig und damit planungssicher ihre Ausbildungsplätze besetzen können“, so Vorstandsmitglied der Maßarbeit, Lars Hellmers.